Gesetzlich und private Krankenversicherung
- Lisa Leinweber
- 15. März
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Mai
Unsere Krankenversicherung begleitet uns jeden Tag durch unseren Alltag. Deshalb müssen wir uns auf unsere Krankenkasse verlassen können. Der Gang zum Hausarzt, die jährliche Kontrolle beim Zahnarzt oder bei anderen Fachärzten sollte ohne Geldsorgen möglich sein.
In diesem Beitrag möchte ich euch die gesetzliche und die private Krankenversicherung gegenüberstellen und ihre Vor- und Nachteile vorstellen.

Was ist die gesetzliche Krankenversicherung?
Die meisten Menschen in Deutschland sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert, insbesondere Personen in einem Beschäftigungsverhältnis. Für Arbeitnehmer ist sie in vielen Fällen die klassische Form der Absicherung im Krankheitsfall.
Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung richten sich nach dem Einkommen. Sie werden von den Krankenkassen anhand eines festgelegten Prozentsatzes berechnet. Dieser Beitragssatz kann sich leicht von Krankenkasse zu Krankenkasse unterscheiden, da viele Kassen zusätzlich einen individuellen Zusatzbeitrag erheben. Für Arbeitnehmer ist besonders praktisch, dass die Beiträge automatisch über die Gehaltsabrechnung abgeführt werden und sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Kosten in der Regel teilen.
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt eine Vielzahl wichtiger Leistungen. Dazu gehören unter anderem Arztbesuche beim Hausarzt oder Facharzt, notwendige Behandlungen, Krankenhausaufenthalte sowie die Kostenübernahme für viele Medikamente auf Rezept.
Darüber hinaus bieten viele Krankenkassen zusätzliche Leistungen und Gesundheitsprogramme für ihre Versicherten an. Dazu zählen zum Beispiel Präventionskurse, Gesundheitsprogramme, Bonusprogramme oder finanzielle Zuschüsse für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen. Diese Zusatzangebote können sich von Krankenkasse zu Krankenkasse unterscheiden und sind oft ein wichtiger Grund, warum Versicherte eine bestimmte Krankenkasse wählen.
Insgesamt sorgt die gesetzliche Krankenversicherung dafür, dass alle Versicherten eine grundlegende medizinische Versorgung erhalten und im Krankheitsfall finanziell abgesichert sind.
Was ist die private Krankenversicherung?
Neben der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in Deutschland auch die private Krankenversicherung (PKV). Allerdings kann sich nicht jeder privat versichern. Die private Krankenversicherung steht vor allem Selbstständigen, Beamten sowie Arbeitnehmern offen, deren Einkommen über der sogenannten Versicherungspflichtgrenze liegt.
Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag in der privaten Krankenversicherung nicht nach dem Einkommen, sondern nach verschiedenen persönlichen Faktoren. Dazu gehören zum Beispiel das Alter, der Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss sowie der gewählte Leistungsumfang. Versicherte können ihren Tarif oft individuell zusammenstellen und entscheiden, welche Leistungen sie in ihrem Vertrag enthalten haben möchten.
Allerdings sollte die Entscheidung für eine private Krankenversicherung gut überlegt sein. Die Beiträge können im Laufe der Jahre steigen, und ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist unter bestimmten Voraussetzungen nur schwer möglich.
Deshalb ist es wichtig, sich vor einer Entscheidung ausführlich zu informieren und die eigene Lebenssituation sowie die langfristigen finanziellen Möglichkeiten zu berücksichtigen.
Vor- und Nachteile der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung
Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung
Bei der gesetzlichen Krankenversicherung richten sich die Beiträge prozentual nach dem Einkommen. Das bedeutet: Wer weniger verdient, zahlt auch weniger Beiträge. Dadurch bleiben die Kosten für viele Menschen gut kalkulierbar, auch wenn sich das Einkommen einmal verändert.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge in der Regel teilen. Dadurch wird die finanzielle Belastung für den Versicherten reduziert.
Besonders attraktiv ist außerdem die sogenannte Familienversicherung. Kinder können hier kostenfrei über ihre Eltern mitversichert werden und sind bereits ab der Geburt abgesichert. Für Familien entstehen dadurch keine zusätzlichen Beiträge für die Kinder.
Darüber hinaus bietet die gesetzliche Krankenversicherung eine stabile medizinische Grundversorgung. Arztbesuche, notwendige Behandlungen, Krankenhausaufenthalte und viele Medikamente werden übernommen und sorgen dafür, dass Versicherte im Krankheitsfall gut abgesichert sind.
Vorteile der privaten Krankenversicherung
Ein häufig genannter Vorteil der privaten Krankenversicherung ist die oft kürzere Wartezeit auf Arzttermine. Besonders bei Fachärzten erhalten Privatpatienten häufig schneller einen Termin, während gesetzlich Versicherte teilweise längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.
Darüber hinaus bieten viele private Krankenversicherungen umfangreichere Leistungen als die gesetzliche Grundversorgung. Dazu können zum Beispiel eine bessere Unterbringung im Krankenhaus, Chefarztbehandlung oder erweiterte Behandlungsmöglichkeiten gehören.
Ein weiterer Vorteil ist die individuelle Tarifgestaltung. Versicherte können häufig selbst entscheiden, welche Leistungen ihnen wichtig sind und ihren Versicherungsschutz entsprechend anpassen. Dadurch lässt sich der Versicherungsschutz stärker an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Nachteile der gesetzlichen Krankenversicherung
Ein häufiger Kritikpunkt an der gesetzlichen Krankenversicherung sind die teilweise langen Wartezeiten auf Termine bei Fachärzten. In manchen Fällen müssen Patienten mehrere Wochen oder sogar Monate auf einen Termin warten. Dadurch kann es passieren, dass sich Symptome oder Beschwerden in dieser Zeit verschlechtern.
Ein weiterer Nachteil können eingeschränkte Leistungen sein. Die gesetzliche Krankenversicherung bietet zwar eine solide Grundversorgung, allerdings werden nicht alle Behandlungen oder Zusatzleistungen vollständig übernommen. In einigen Bereichen müssen Versicherte daher Zuzahlungen leisten, beispielsweise bei bestimmten Medikamenten, Zahnersatz oder speziellen Behandlungen
Nachteile der privaten Krankenversicherung
Bei der privaten Krankenversicherung stehen für viele Menschen vor allem die Kosten im Mittelpunkt. Schon beim Vertragsabschluss können die Beiträge höher sein als in der gesetzlichen Krankenversicherung, da sie sich unter anderem nach Alter, Gesundheitszustand und Leistungsumfang richten.
Besonders im Alter können die Beiträge deutlich steigen. Während sich die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung am Einkommen orientieren, hängen sie in der privaten Krankenversicherung stärker von individuellen Faktoren und der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen ab. Deshalb ist es wichtig, sich bereits vor Vertragsabschluss mit der langfristigen finanziellen Entwicklung auseinanderzusetzen.
Fazit
Sowohl die gesetzliche als auch die private Krankenversicherung haben ihre Vor- und Nachteile. Während die gesetzliche Krankenversicherung vor allem durch eine stabile Grundversorgung, einkommensabhängige Beiträge und die kostenfreie Familienversicherung überzeugt, punktet die private Krankenversicherung häufig mit schnelleren Arztterminen und individuell wählbaren Leistungen.
Welche Krankenversicherung am besten zu einem passt, hängt jedoch immer von der persönlichen Lebenssituation ab. Faktoren wie Einkommen, Familienplanung, Gesundheitszustand und langfristige finanzielle Planung spielen bei dieser Entscheidung eine wichtige Rolle.
Gerade deshalb lohnt es sich, die eigene Krankenversicherung regelmäßig zu überprüfen. Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst, welche Leistungen sie aktuell haben oder welche Möglichkeiten es gibt, ihre Absicherung zu verbessern.
Wenn du wissen möchtest, ob deine aktuelle Krankenversicherung noch zu dir passt, kannst du gerne einen persönlichen Krankenkassen-Check-up bei mir vereinbaren. Gemeinsam schauen wir uns deine Situation an und finden heraus, welche Lösung am besten zu dir passt.


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